Prima Geschäftsidee: Automatische Backlistanalyse


Das Feuilleton und die Verlagsbranche beschweren sich immer mal, dass das Rad der Neuerscheinungen sich immer schneller dreht, und die Backlist unbeachtet verstaubt. Von meinen Erfahrungen bei Franzis kann ich das nur bestätigen. Ein Thema wie “PaintShop Pro” bekommt jedes halbe Jahr ein neues Buch, nur damit es neu ist. Die nicht verkauften Exemplare der vorigen Auflage werden als Restposten verscherbelt.

Daran, dass möglichst viele Neuerscheinungen produziert werden müssen, kann ich leider nichts ändern, aber man könnte vielleicht dafür sorgen, dass dabei die guten Bücher, bei denen eine Neuauflage sich lohnen würde, nicht vergessen werden.

Bei welchen Büchern lohnt sich eine Neuauflage? Natürlich wenn sie vergriffen sind und die Preise im Antiquariat relativ hoch sind. (Relativ zum ursprünglichen Verkaufspreis.)

Man könnte also aus den Daten von zvab, Booklooker und Amazon ein krasses Mashup machen, bei dem man die Daten sammelt, clustert und die Preisentwicklung über die Zeit grafisch darstellt. Dazu braucht man natürlich viel Rechenpower, aber die kann man ja bei Amazon mieten.

Ich vermute dass, wenn viele Exemplare eines Titels antiquarisch zu haben sind, der Preis niedriger ist als wenn nur noch wenige Exemplare auf dem Markt sind. Das ergäbe dann so eine Kurve:
hypothetische kurve 1

Der Lektor muss also nur noch rechts bei wenige Exemplare + hoher Preis schauen und findet die interessanten Titel.

Wenn man dann über einige Zeit Daten gesammelt hat, kann man auch noch zu einem einzelnen Titel (Cluster) interessante Daten anzeigen:
hypothetische kurve 2

Jeder Punkt ist ein konkretes Angebot, was man wieder bei Mouseover anzeigen könnte. Der dritte Zeitpunkt könnte eine Neuauflage sein, die wieder die antiquarischen Preise drückt.

Wie verdient man damit Geld?

Man verkauft die Statistiken an die Verlage. Zu einem jährlichen Preis, der sich nach dem Umfang der Backlist richtet, bekommen die Lektoren Zugang zur interaktiven Statistik. Und vierteljährlich bekommt der Verlag ein automatisch erstelltes PDF mit einigen Diagrammen und den interessantesten Titeln zugeschickt.

Man verkauft die Statistiken an einzelne Online-Antiquariate, als Tool, mit dem sie analysieren können, welche ihrer Angebote signifikant unter dem Durchschnittspreis liegen.